Debattieren

Warum debattieren?

 

FAQ

 

Debattieren als Sport - was ist das denn?

 

Bei einer Debatte in einem Turnierformat (OPD, BPS) wird zu Beginn über die Fragestellung abgestimmt. Das Thema der Debatte ist in der Regel ein aktuelles Problem aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Wichtig für die Debatte ist, dass die Frage so formuliert ist, dass sie mit ja oder nein beantwortet werden kann. Die Positionen der Redner werden kurz vor der Debatte zugelost und nach einer Vorbereitungszeit von 15 Minuten sprechen die Redner abwechselnd für und gegen die Fragestellung, jeweils 7 Minuten lang. Am Ende entscheidet eine Jury, welche Seite gewonnen hat.

 

Und was soll das bringen?

 

Spaß! Wie bei jedem Sport ist das Schönste am debattieren, dass du etwas gemeinsam mit Gleichgesinnten machst. Aber eben nicht irgendetwas - das Reden nach festen Regeln erlaubt es dir, dich sowohl als Einzelredner als auch als Teamplayer zu beweisen und in kürzester Zeit das Publikum für dich und dein Team zu gewinnen! Dabei lernst du nicht nur, wie man überzeugende Argumente findet und zusammenhängend vorträgt, sondern auch genau zuzuhören. Die Gegenseite ausreden zu lassen, ihnen aufmerksam zuzuhören und das Gesagte schlagfertig zu kontern oder diplomatisch aufzugreifen sind wichtige Fähigkeiten, um eine Debatte zu entscheiden, aber auch um eine faire, demokratische Rede- und Streitkultur zu entwickeln. Nicht zuletzt wirst du vertraut mit den verschiedenen Positionen, die man zu einem Thema einnehmen kann, weil zum Beispiel das Los entscheidet, dass du eine Position vertreten sollst, die ganz anders ist als deine persönliche Meinung.

 

Wäre es nicht besser für die Streitkultur, wenn ein Kompromiss gefunden wird?

 

Debattieren als Sport unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom "streiten" im Alltag. Debattenredner vertreten eine zugeloste Position, die nicht ihrer eigenen entsprechen muss. So können Argumente gegeneinander "ausgespielt" werden ohne dass jemand persönlich angegriffen werden muss. Um einen Kompromiss zu finden, müssten die Redner von ihrer zugelosten Position abweichen, bis sie sich "einig" sind. Diese Einigung findet auf einer normativen und eben nicht auf einer argumentativen Ebene statt und dieser Einigungsprozess ist somit bei zugelosten Positionen bedeutungslos, da anders als beim "Streit" oder in einem Parlament nichts davon abhängt. Somit mag die Kompromissfindung beim "Streit" im Alltag hilfreich sein, um dem Gegenüber entgegenzukommen. Um seine rhetorischen Fähigkeiten zu trainieren, ist es jedoch wenig zielführend, auf Kompromisse hinzuarbeiten.

 

Gibt es viele solche Debattierclubs?

 

Nein und ja. In Wuppertal sind wir der einzige Debattierclub. Da es uns noch nicht so lange gibt, sind wir auch noch ein recht kleiner Club mit etwa 50 Mitgliedern und durchschnittlich 5-10 Teilnehmern pro Debatte.

Außer uns gibt es aber noch über 70 andere Clubs, die dem Verband der Debattierclubs an Hochschulen (VDCH) in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien angehören. Innerhalb des Verbands gibt es eine eigene Debattier-Liga, die Liga-Turniere austrägt, bei der die Teams der einzelnen Clubs pro Saison punkten können und schließlich sogar Deutscher Debattiermeister werden können. Neben den Teamwertungen gibt es bei jedem Turnier auch Wertungen der Einzelredner, sodass auch einzelne Redner Deutsche Meister werden können.

Da das Debattieren in anderen Ländern, besonders den englischsprachigen, schon eine längere Tradition hat, gibt es dort auch zahlreiche Debattierclubs. Höhepunkt eines jeden Jahres ist die World Universities Debating Championship (WUDC), die jedes Jahr ein anderes Austragungsland hat. Debattiert wird auf englisch zu supranationalen und globalen Themen.

 

Was brauche ich, um mitzumachen?

 

Spaß am Reden! Debattieren als Sport ist ganz bewusst anders als das Reden im Alltag. Wenn du offen dafür bist, etwas Neues zu versuchen und mit deiner Sprache zu "spielen", komm vorbei und probier es aus! Ein bisschen Mut gehört am Anfang auch dazu, sieben Minuten lang allein vor einer Gruppe zu einem Thema zu sprechen, das du nicht gut kennst. Aber keine Angst - Detailwissen brauchst du nicht. Oft entsteht ohne viel Fachwissen sogar die bessere Argumentation! Und schon Cicero wusste: Reden lernt man durch Reden.